Liquiditäts­planung

Wussten Sie, dass eine Liquiditätsplanung einen Blick in die Zukunft darstellen kann, Handlungssicherheit sowohl in der Krise wie auch im Wachstum bietet und eine starke Position bei Verhandlungen mit Kunden, Lieferanten, Gläubigern und Fremdkapialgebern gewährleisten kann? Nur 56% der mittelständischen Unternehmen planen auf Monatsebene – mit teils fatalen Folgen für die Liquiditätssteuerung. Nur 18% der mittelständischen Unternehmen beziehen die Liquiditätssicht in ihre unternehmerischen Entscheidungen mit ein.

Definition

Die Liquiditätsplanung oder auch Finanzplanung bildet alle mittel- und kurzfristigen liquiditätswirksamen Zahlungsströme einer Periode ab.

Einflussgrößen der Liquiditätsplanung aus Ist- und Planzahlen

Checkliste und Vorlage Liquiditätsplanung

Hier stellen wir Ihnen eine Checkliste und eine Excel-Vorlage zur Erstellung Ihrer Liquiditätsplanung bereit.

Inhaltliche Beschreibung

Die Liquiditätsplanung stellt die monatlichen bzw. wöchentlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüber und grenzt diese periodengerecht ab. Dabei werden die letzten gebuchten Werte (Kontostand und offene Posten) um Planwerte ergänzt, um einen Blick nach vorne zu ermöglichen.

 

Abhängig vom Zweck der Finanzplanung kann der Zeithorizont der Planung von wenigen Wochen (z.B. kurzfristige Cash-Disposition, Zahlungsfähigkeitspüfung, etc.) bis hin zu mehreren Monaten (z.B. Investitionsentscheidungen, Finanzierungskonzepte, etc.) betragen.

ist eine Liquiditätsplanung gefordert

so stellen sich die Fragen:

  • Wie lange sind die Zahlungsziele meiner Kunden?
  • Wie lange sind die Zahlungsziele bei meinen Lieferanten?
  • Sind alle meine Forderungen werthaltig?
  • Gibt es fällige Verbindlichkeiten, die noch nicht bezahlt sind?
  • Gibt es Stundungsvereinbarungen?
  • Welche untermonatlichen Liquiditätsspitzen gibt es (z.B. Lohnzahlungen, Versicherungen, Leasing, Miete)?
  • Welche gesetzlichen Zahlungszeitpunkte gilt es zu berücksichtigen (z.B. Sozialabgaben, Umsatzsteuer)?
  • Wie hoch ist meine freie Liquidität (Kontostand + Kontokorrentlinien)?

Unternehmensplanung und Controlling

Hier zeigen wir Ihnen die notwendigen Themen auf, mit denen Sie die Grundlagen für eine aussagekräftige, transparente und kontrollierbare Liquiditätsplanung und Finanzplanung erarbeiten können.

Map herunterladen   Map per Post anfordern

Vorgehen

1. Übernahme der Planwerte

Bei der direkten Liquiditätsplanung werden liquiditätswirksame Positionen (z.B. Umsätze, Wareneinkäufe) i.d.R. aus der GuV- bzw. Bilanzplanung abgeleitet. Die Übernahme der Planwerte aus der integrierten Geschäftsplanung in die Finanzplanung gewährleistet die Konsistenz der einzelnen Planungssysteme. Nicht zahlungsrelevante Positionen (z.B. Abschreibungen) werden bei diesem Vorgang nicht berücksichtigt.

2. Berücksichtigung der IST-Werte

Die erste Planungsperiode setzt auf dem letzten tatsächlichen gebuchten Kontostand auf. Die Endkontostände bilden jeweils die Anfangskontostände der nächsten Periode.

3. Beachtung der Zahlungszeitpunkte

Bei der Übernahme von liquiditätswirksamen Positionen sind die Zahlungsziele und Zahlungszeitpunkte sämtlicher zahlungswirksamer Kosten und Aufwendungen zu berücksichtigen und dementsprechend einzuplanen. Die in der GuV geplanten Werte müssen nicht zwangsläufig in der selben Periode liquiditätswirksam sein, in der sie in der GuV berücksichtigt sind.

4. Auswahl des Planungshorizontes

Je nach Anwendungsfall kann es sinnvoll oder notwendig sein, die Liquiditätsplanung auf Wochenebene darzustellen. Dazu werden die Monatswerte auf die einzelnen Kalenderwochen gemäß ihrer Zahlungswirksamkeit verteilt. Stichtagsbezogen können während eines Monats deutliche Schwankungen auftreten (z.B. Lohn-/Gehaltszahlung). Dadurch können auf Wochenebene Liquiditätsengpässe erkannt werden, die auf Monatsebene nicht sichtbar sind.

Do's

  • Planung der Liquidität in "brutto"
  • Berücksichtigung außerordentlicher Effekte (z.B. Ausschüttungen)
  • Ehrliche Einschätzung der Zahlungszeitpunkte
  • Bei fälligen Verbindlichkeiten Lösungen mit Lieferanten suchen

Dont's

  • Überschätzung der Werthaltigkeit bestehender Forderungen
  • Nichtberücksichtigung von Währungseffekten (Umrechnungskurse)
  • Nichtberücksichtigung von außerordentlichen Effekten (z.B. Ausschüttungen)