Konsoli­dierung

Die Konsolidierung des Konzernabschlusses treibt vielen Abschlusserstellern Jahr für Jahr den Schweiß auf die Stirn, eine Konsolidierung eines Budgets auf Monatsebene erscheint ungleich schwieriger.
Die Konsolidierung der Planung ist aber kein Hexenwerk – wenn man sich an einige Regeln hält.

Definition

Durch die Konsolidierung wird eine Unternehmensgruppe so dargestellt, als wäre sie in ihrer Gesamtheit ein einzelnes Unternehmen (Einheitsfiktion). Geschäftsvorfälle, die zwischen den Gesellschaften geplant sind, werden aus der Summe der Einzelplanungen herauskonsolidiert - eine Konzernbetrachtung entsteht. Die geplante Entwicklung einer Unternehmensgruppe oder eines Konzerns in seiner wirtschaftlichen Gesamtheit wird auf einen Blick erkennbar.

Die Kernbereiche der Konsolidierung

  • Kapitalkonsolidierung
  • Aufwands- und Ertragskonsolidierung
  • Schuldenkonsolidierung
  • Zwischenergebniseliminierung
  • Ermittlung der latenten Steuern

 

Prinzip der Konsolidierung, Konsolidierung Planung

Inhaltliche Beschreibung

Gesetzlich besteht keine Verpflichtung eine Konsolidierung der Planung der einzelnen Gruppengesellschaften durchzuführen, wie es aktuell auch keine grundsätzliche gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung einer Geschäftsplanung gibt. Aber bereits aus dem reinen eigenen Informationsinteresse sollte der Planungsersteller auch für die Konzernplanung die Generalnorm für die Erstellung von Konzernabschlüssen analog berücksichtigen:

"Der Konzernabschluß ist klar und übersichtlich aufzustellen. Er hat unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln." (§ 297 Abs. 2 Satz 1,2 HGB)

Da für eine Planung keine Konsolidierungspflicht herrscht, kann der Konsolidierungskreis von dem Konsolidierungskreis des Jahresabschlusses abweichen (beispielsweise durch Bildung von Teilkonzernen). Der Konsolidierungskreis bzw. die Konsolidierungskreise sollten sich dann an den Darstellungen in den Monats- oder Quartalsberichten ausrichten.

Das Interesse an einer konsolidierten Planung liegt im Wesentlichen in den Informationsgewinnen durch eine einfache und übersichtliche Darstellung der geplanten Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns bzw. der Unternehmensgruppe. Eine zertifizierte Standardsoftware kann dabei die Qualität in der Datenaufbereitung fördern.

Regelmäßig werden die folgenden Stakeholdergruppen die Adressaten der konsolidierten Planung sein:

  • Management und Führungskreis
  • Eigentümer
  • Fremdkapitalgeber
  • Potentielle Investoren

ist eine Konsolidierung gefordert

so stellen sich die Fragen:

  • Wer gehört zu meinem Konsolidierungskreis?
  • Welche Personen sind in den Planungsprozess miteinzubeziehen?
  • Welches Planungssystem wird verwendet?
  • Ist das Planungssystem geeignet für die Konsolidierung?
  • Wer benötigt welche Informationen?
  • Woher kommen die Intercompany (IC)-Informationen?
  • Wie erfolgt die IC-Abstimmung?
  • Werden Teilkonzerne oder Berichtssegmente benötigt?
  • Welche HB II-Anpassungen sind nötig?
  • Wie erfolgt die Datenlieferung?

Unternehmensplanung und Controlling

Hier zeigen wir Ihnen relevante Schlagworte und Kernbereiche der Konsolidierung sowie die Einsatzmöglichkeiten der Software LucaNet auf. Finden Sie Antworten für die Konsolidierung als Teil von Unternehmensplanung und Controlling.

Map herunterladen   Map per Post anfordern

Vorgehen

1. Organisation / Projektplan

Um einen sauberen Projektablauf zu gewährleisten ist es notwendig, einen Projektplan mit den relevanten Meilensteinen aufzustellen und den Verantwortlichen zu kommunizieren. Meilensteine werden typischerweise Lieferung HB II, IC-Abstimmung, Bereitstellung Planungsannahmen und Details, Fertigstellung Konsolidierung und Präsentation der Planung sein.

2. Definition Konsolidierungskreis (Control, Wesentlichkeit)

Zeitgleich ist der Konsolidierungskreis festzulegen. Grundsätzlich sind im Rahmen der Vollkonsolidierung sämtliche Unternehmen in den Konzern mit einzubeziehen, auf den die Muttergesellschaft einen beherrschenden Einfluss ("Control") ausübt. Ist ein Tochterunternehmen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns unwesentlich, so kann auf die Einbeziehung verzichtet werden

3. Konzernrichtlinien

Danach sind konzernweite Richtlinien für die Erstellung der Planung zu definieren und zu versenden. Typischer Bedarf besteht in den nachfolgenden Bereichen:

  • Einheitlicher Rechnungslegungsstandard (bspw. HGB, UGB, IFRS, US-GAAP)
  • Konzernkontenrahmen
  • Bilanzierungsrichtlinien (Wertansätze, Ausweise)
  • Einheitliche Stichtage
  • Planungshorizont
  • Strategische (Ziel-) Vorgaben

4. Bilanzaufbereitung Einzelgesellschaften (HB II)

Auf Basis der Vorgaben werden die HB II-Daten der Einzelgesellschaft aufbereitet. Dies erfolgt bestenfalls in der jeweiligen Einzelgesellschaft, um entsprechend Verantwortlichkeiten zu fördern. Es empfiehlt sich zur Fehlervermeidung und besseren Verarbeitbarkeit auf Konzernebene ein einheitliches Eingabeformular zur Verfügung zu stellen, z.B. ein Excel-Package oder eine Eingabemaske wie den "LucaNet.GroupReport". Die reine Zahlenwelt wird sinnvollerweise durch eine Dokumentation der Planungsannahmen ergänzt.

5. Prüfung der technischen Richtigkeit und Plausibilisierung der Planung

Nach Bereitstellung des Packages sollte die technische Richtigkeit der Planung überprüft werden (z.B. alle Checks erfüllt: Aktiva = Passiva oder GuV-Ergebnis im Eigenkapital überleitbar). Danach wird geprüft, ob die Eingaben mit den Konzernrichtlinien (siehe Punkt 3) übereinstimmen.

6. Währungsumrechnung

Der Konzernabschluss bzw. die Konzernplanung ist einheitlich in der Währung des Konzerns aufzustellen. Besitzt der Konzern Tochterunternehmen in Fremdwährung sind diese in die Konzernwährung umzurechnen. Die richtige Verwendung von Stichtagskursen und Durchschnittskursen erfolgt im besten Fall Systemgestützt, z.B. mit einer Standardsoftware wie LucaNet.

7. Intercompany-Abstimmung (IC-Abstimmung)

In der Intercompany-Abstimmung wird analog der Konzernabschlusserstellung überprüft, ob die einzelnen Tochtergesellschaften die gleichen Aufwendungen, Erträge und Finanztransaktionen innerhalb des Konzernverbunds geplant haben.
In der Planungskonsolidierung kommt der IC-Abstimmung ein erhöhter Kommunikationsaufwand zu, da innerhalb der Konzerngesellschaften die gleichen Plan-Annahmen getroffen werden müssen, da sonst Intercompany-Differenzen auftreten.

8. Summenabschluss und Konsolidierung

Auf Basis der in Konzernwährung umgerechneten Einzelplanungen wird der Summenabschluss (Summenbilanz und Summen-GuV) erstellt, indem alle Einzelplanungen aufaddiert werden. Auf Basis des Summenabschlusses erfolgt die eigentliche Konsolidierung. Alle konzerninternen Transaktionen werden aus dem Konzern heraus konsolidiert.

  • Schuldenkonsolidierung (SchuKo): Alle Forderungen und Verbindlichkeiten die zwischen den konsolidierten Konzerngesellschaften bestehen, werden in der Konzernbilanz nicht dargestellt und werden heraus konsolidiert
  • Aufwands- und Ertragskonsolidierung (A&E-Ko): Alle geplanten verrechneten Warenlieferungen, sowie sonstige Leistungsverrechnungen zwischen den konsolidierten Einzelgesellschaften werden in der Konzern-GuV nicht dargestellt und werden heraus konsolidiert
  • Kapitalkonsolidierung (KapKo): In IFRS und HGB-Konsolidierungen ist die Erwerbsmethode in der Kapitalkonsolidierung anzuwenden (§ 301 HGB, „purchase method“ gem IFRS. 3.14). Die im Summenabschluss ausgewiesenen Beteiligungen der Mutter an der Tochter sind mit dem auf die Beteiligung entfallenden Eigenkapital zu verrechnen. Stille Reserven und stille Lasten sind vor der Verrechnung des Beteiligungsbuchwert gem. der Neubewertungsmethode bei der Erstkonsolidierung aufzudecken
  • Zwischenergebniseliminierung: Die Zwischenergebniseliminierung stellt sicher, dass Vermögensgegenstände zu Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) aus Sicht des Konzerns angesetzt werden. Dabei sind ggf. auch einzelgesellschaftliche Erfolge aus konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu eliminieren. Ein typisches Beispiel ist die Lieferung von halbfertigen und fertigen Erzeugnissen. Befinden sich die gelieferten Waren und Leistungen noch im Gruppenverbund, so ist deren Bewertung um den bereits realisierten Gewinnanteil zu korrigieren. Der Gewinnanteil errechnet sich über den Erlös bzgl. der AHK aus Sicht des Leistungserbringers.
  • Latente Steuern: Latente Steuern sind zu bilden um zeitliche Differenzen zwischen der handelsrechtlichen und der steuerlichen Bilanz zu berücksichtigen. Nach HGB (§306 HGB) und IFRS ist das bilanzorientierte Temporary-Konzept anzuwenden.

Quelle: Vgl. Baetge, Kirsch, Theile: „Konzernbilanzen“

Do's

  • Frühzeitig Terminschiene, Projektplan und Konzernvorgaben an die Verantwortlichen liefern
  • Ausreichend Zeit für Reviews und IC-Abstimmung einplanen
  • Konkrete und standardisierte die Eingabeformulare, keine Anpassungs- bzw. Ausweichmöglichkeiten
  • Planen Sie ausreichend Zeit für die Konsolidierung - vor allem die IC-Abstimmung benötigt mehr Kommunikationsaufwand als bei der Jahresabschlusserstellung
  • Softwaregestützte Konsolidierung erleichtert den Konsolidierungsprozess, fördert die Übersichtlichkeit und spart Zeit

Dont's

  • Nachträgliche Änderungen in den Eingabeformularen
  • Keine standardisierte Datenlieferung
  • Verschiedene Dateneingabemasken
  • Keine monatliche IC-Abstimmung
  • Keine ausreichenden zeitlichen Kapazitäten für Qualitätskontrolle und IC-Abstimmung