Integrierte Planung

Wussten Sie, dass lediglich 45 % der mittelständischen Unternehmen eine integrierte Planung nutzen und wussten Sie, dass nur 41 % mit der Integration der Planung zufrieden sind?

Definition

Bei der integrierten Planung werden alle Vorgänge und Geschäftsvorfälle der Unternehmensplanung in einem geschlossenen System abgebildet. Es beinhaltet die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bilanz sowie die Cashflow-Rechnung und bildet die Ertrags-, Finanz- und Bilanzplanung ab.

Gründe und Nutzen für den Einsatz einer integrierte Unternehmensplanung:

  • Führungs- und Steuerungsinstrument
  • Transparenz und Reportingtool
  • Finanzierung und Kapitalbeschaffung
  • Unternehmenswert und Bewertung
  • Krisenfrüherkennung
  • Planung unterstützt die Entscheidungsfindung
Schemadarstellung zum Ablauf Integrierte Planung

Inhaltliche Beschreibung

Eine vollständig integrierte Unternehmensplanung ist das Ziel vieler Unternehmen im Rahmen ihres Planungs- und Budgetierungsprozesses. Vielen Unternehmen ist der Nutzen einer durchgehend integrierten Planung nicht bewusst. Je besser eine Planung integriert ist, desto präziser sind in der Regel auch die Planungsergebnisse. Insbesondere die Ertragsplanung gewinnt an Qualität und Aussagekraft, wenn die Abhängigkeiten der verschiedenen Teilpläne zueinander beispielsweise Leistungs- / Rohertragsplanung und Personalplanung berücksichtigt werden.

Integrierte Unternehmensplanung bedeutet, dass GuV, Bilanz und Cashflow aufeinander aufbauen und einwirken. Erträge werden über Zahlungsziele als Forderungen in der Bilanz dargestellt, Aufwendungen als Verbindlichkeiten. Die Veränderungen von Beständen, sowohl fertiger und halbfertiger Erzeugnisse als auch Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, werden als Vorräte in der Bilanz abgebildet. Die Veränderung von Anzahlungen, Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten münden schließlich im Working Capital in der Indirekten Cashflow-Rechnung. Ein mögliches Planungssystem dafür stellt die Software LucaNet dar.

Die Kernanforderungen an eine integrierte Geschäftsplanung lauten wie folgt:

  • Die Detailpläne (Leistung, Rohertrag, Personal, etc.) sollen voll in die GuV-Planung integriert sein
  • Investitionen und Desinvestitionen sowie Abschreibungen sollen in der Bilanz- und GuV-Planung berücksichtigt werden
  • Die aktuelle und geplante Finanzierungssituation sollen vollständig mit Zins- und Tilgung in GuV- und Bilanzplanung abgebildet werden
  • Die Planung des Working Capital beeinflusst die Veränderung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und leitet sich aus der Entwicklung der Zahlungsziele und der Bestände ab
  • Die gesamte Unternehmensplanung soll in einer integrierten Planungssoftware abgebildet werden

Integrierte Unternehmensplanung

so stellen sich die Fragen:

  • Ist die Ertrags-, Finanz- und Bilanzplanung integriert?
  • Wie sind die Teilpläne in die GuV- und Bilanzplanung eingebunden?
  • Existiert eine detaillierte Leistungs- und Rohertragsplanung?
  • Wird die Personalkapazitätsplanung auf Mitarbeiterebene geplant?
  • Ist die Leistungsplanung über Mitarbeiterkapazitäten plausibilisiert?
  • Werden Sachkosten auf Kontenebene geplant?
  • Sind Dauerschuldverhältnisse auf Vertragsebene geplant?
  • Gibt es eine konkrete Investitionsplanung?
  • Sind die Parameter der Finanzierung definiert?
  • Sind Working Capital und Bestandsplanung berücksichtigt?
  • Wer ist der Empfänger der Planung, Intern oder Extern?

Quelle: Business Application Research Center - BARC GmbH

Unternehmensplanung und Controlling

Hier zeigen wir Ihnen die notwendigen Themen auf, mit denen Sie eine aussagekräftige, transparente und kontrollierbare Integrierte Planung auf Monatsbasis erarbeiten können. Erfahren Sie Wissenswertes über Erfolgsfaktoren und Kernthemen der Planung, sowie über die notwendigen Schritte in einem erfolgreichen Planungsprozess.

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Vorgehen

1. Historie einlesen und analysieren

Die Buchhaltung liefert über die Summen- und Saldenliste (SuSa) die Ist-Werte auf Konten- und Monatsebene. Diese werden üblicherweise für die letzten 3 vollen Wirtschaftsjahre in ein integriertes Planungssystem eingelesen. Die Richtigkeit des Imports wird über die Jahresabschlüsse geprüft. Auf Basis dieser Daten werden Analysen durchgeführt, die ggf. um weitere Auswertungen z.B. Abschichtung der offenen Posten, Projektanalysen, etc. ergänzt werden.

2. Detailplanungen

Wesentliche Positionen in einer GuV-Planung sind i.d.R. die Roherträge, die Personalkosten und vertragliche Verpflichtungen, z.B. Miet-, Wartungs- oder Leasingverträge. Im besten Fall werden alle diese Positionen in Detailplänen aufgeplant. Eine detaillierte Planung ermöglicht eine bessere Begründung, ein besseres Controlling der Planung und erleichtert Planungsanpassungen. Zudem können die erstellten Übersichten für die Verwaltung der jeweiligen Bereiche genutzt werden.

Für die Leistungs- bzw. Rohertragsplanung ist darauf zu achten, dass eine sinnvolle Einheit gewählt wird. Das können beispielsweise Kunden, Regionen, Produkte, Produktgruppen, Sparten oder Verkäufer sein. Für die jeweils gewählte Einheit sollten alle Informationen vorhanden sein, die für die Planung bis zum Rohertrag notwendig sind, i.d.R. Umsatz, Wareneinsatz, Fremdleistungseinsatz und Bestandsveränderungen.

Bei der Personalplanung bietet sich ein Detaillierungsgrad auf Kopfebene an. Dabei wird jeder einzelne Mitarbeiter mit den nötigen/gewünschten Informationen geplant, wie Name, Eintritt, ggf. Austritt, Lohn/Gehalt, AG-Anteil an Sozialversicherung, etc.. Ist die Mitarbeiteranzahl für eine solche Detaillierung zu hoch, können beispielsweise auch Mitarbeitergruppen gebildet und geplant werden. Bei einer Zuordnung der Mitarbeiter auf Sparten können diese Informationen auch für die Bildung eines BAB´s genutzt werden.

Im Zuge der Vertragsplanung sollten alle relevanten Verträge übersichtlich und einheitlich erfasst werden. Notwendige Mindestinformationen sind dabei Art und Partner des Vertrages, Laufzeit, Kosten und Zahlungsmodus.

3. Ertragsplanung

Im weiteren Verlauf der GuV-Planung werden die Ergebnisse aus den Detailplanungen um die weitere Kostenplanung ergänzt. Diese verläuft i.d.R. auf Kontenebene. Die Budgets können aus der Vergangenheit abgeleitet und um Erfahrungswerte bzw. Informationen der Verantwortlichen ergänzt werden. Das GuV-Ergebnis fließt als Periodenüberschuss in die Bilanz ein.

4. Finanzplanung

Auf Basis der GuV- und der Bilanzplanung wird die Finanzplanung erstellt. Dabei stehen unter anderem die Zahlungsziele bei den Forderungen (DSO) und den Verbindlichkeiten (DPO) im Fokus. Diese müssen realistisch geplant werden.

Daneben sind weitere wesentliche Positionen die Zinsen und Tilgungen auf Darlehen. Diese werden am sinnvollsten in einem Darlehensspiegel zusammengefasst und geplant. Für die Berechnung der kurzfristigen Zinsen stehen in integrierten Planungstools i.d.R. automatisierte Rechenlogiken zur Verfügung. Effekte aus Avalvereinbarungen sind ebenfalls zu berücksichtigen.

5. Bilanzplanung

Bei der Bilanzplanung gibt es viele Schnittpunkte zur Finanzplanung. So hat z. B. die Planung der Zahlungsziele über die Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen einen Einfluss auf die Entwicklung des Working Capital. Daneben sind im Umlaufvermögen noch die Planung der Vorräte (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe sowie unfertige und fertige Erzeugnisse) und ggf. der erhaltenen Anzahlungen relevant. Ein Aufbau des Working Capital bedeutet eine höhere Liquiditätsbindung, ein Abbau eine Liquiditätsfreisetzung.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Bilanzplanung ist das Anlagevermögen. Dieses sollte auf Basis von Investitionen und Desinvestitionen geplant werden. Dabei ist zu berücksichtigen wann das Investitionsgut gekauft wird, auf wie viele Jahre es abgeschrieben wird, ob Umsatzsteuer fällig wird, wie es finanziert wird (aus der laufenden Liquidität oder über eine Finanzierung) und wann der Kaufpreis fällig wird. Bei einer Desinvestition ist auf eine korrekte Berücksichtigung der Erfolgswirksamkeit zu achten: Kaufpreis - Buchwert = Veräußerungserfolg bzw. Veräußerungsverlust.

Bei Personengesellschaften sind darüber hinaus auch etwaige Privatentnahmen oder -einlagen zu planen.

6. Szenariorechnung

Um eine mögliche Schwankungsbreite der Planung zu erkennen, bietet es sich an verschiedene Szenarien darzustellen. Diese sind in einem integrierten Planungstools i.d.R. durch Abändern einzelner Parameter, wie z.B. Umsatz relativ einfach abzubilden. Szenarien sollten immer in einer separaten Datenebene geplant werden, um die Originaldaten nicht zu verlieren. So können Sensitivitätsanalysen gefahren werden, wie beispielsweise die Ergebnis- und Liquiditätsauswirkung einer Worst-Case- oder Best-Case-Rechnung ist. Vorteil der Darstellung im integrierten System ist die Konsistenz und rechnerische Richtigkeit der Ergebnisse. Schneller und einfacher können dadurch Effekte von Einzelmaßnahmen als Chancen und Risiken der Planung dargestellt werden. Dabei werden die einzelnen Effekte der Maßnahme bewertet (z.B. neue Maschine = Umsatz- und Rohertragswachstum, keine wesentliche Änderung der Fixkosten, damit Ergebniswachstum von X €) und losgelöst vom integrierten Planungssystem dargestellt.